Team IT & KI · IT & Infrastruktur

Open-Source-IT-Infrastruktur für den Mittelstand

Kurz gesagt

Eine Open-Source-IT-Infrastruktur ersetzt proprietäre Software durch offene Systeme, deren Quellcode einsehbar ist und die keine Lizenz pro Kopf kosten: Linux-Server, Nextcloud, ONLYOFFICE, Proxmox, Matomo, offene Sprachmodelle. Wir planen und begleiten den Umstieg für Unternehmen in Jena, Thüringen und bundesweit, ganz oder als Hybrid neben Microsoft 365, je nachdem, was ehrlich passt.

Fachlich geprüft von Marcel, IT-Admin & Webentwickler · Stand Oktober 2026

Zum AnfassenHersteller oder Open Source?

Sechs Schichten, jede mit einem Schalter. Sieh, was sich bei Lizenz, Betriebsort und Abhängigkeit ändert, ohne Preise.

  • Virtualisierung
  • Backup
  • Benutzer und Anmeldung
  • Monitoring
  • Dateien und Zusammenarbeit
  • Firewall

WarumWas digitale Souveränität für ein Unternehmen bedeutet

Nicht Ideologie, sondern Kontrolle: über den Speicherort deiner Daten, über die Kosten und darüber, ob du den Anbieter wechseln kannst, ohne von vorn anzufangen.

Du weißt, wo die Daten liegen

Auf deinem Server oder auf unseren Servern in Deutschland, nicht in einem Rechenzentrum, dessen Betreiber fremdem Recht unterliegt. Für Kanzleien, Praxen und Zulieferer mit Geheimhaltungspflichten ist das oft die Voraussetzung, nicht das Extra.

Keine Lizenz pro Kopf

Offene Software kostet keine monatliche Gebühr je Nutzer. Das Geld geht in Einrichtung und Betrieb, Posten, die planbar sind und nicht mit jedem neuen Mitarbeitern steigen. Und die nicht über Nacht teurer werden, weil der Hersteller die Preisliste ändert.

Prüfbar und unabhängig

Offener Quellcode kann von jedem geprüft werden, Sicherheitslücken werden öffentlich behandelt. Und weil die Formate offen sind, kannst du den Dienstleister wechseln, auch uns, ohne die Software oder deine Daten zu verlieren.

Passt zu lokaler KI

Wer seine Daten im Haus hat, kann sie mit einem lokalen KI-Server nutzen, ohne sie an einen Cloud-Dienst zu schicken. Offene Modelle wie Llama, Mistral oder Qwen laufen auf derselben Infrastruktur.

Was Open Source nicht ist

Kostenlos im Betrieb, sofort vertraut für jedes Team, oder für jede Fachanwendung eine Alternative. Manche Branchensoftware gibt es nur für Windows, manche Kunden verlangen Teams. Deshalb ist Hybrid für viele der ehrliche Weg.

Ein Stack, den wir selbst nutzen

Linux-Server, Nextcloud, Proxmox, Matomo, n8n, Ollama: Das ist keine Empfehlung aus dem Katalog, sondern die Werkzeuge, mit denen wir bei ART-KON-TOR Digital selbst arbeiten, inklusive der Ecken, die man kennen muss.

VergleichMicrosoft 365, Open Source oder Hybrid?

Die Frage, die uns am häufigsten gestellt wird. Hier die kurze Version; die lange steht im Ratgeber Nextcloud oder Microsoft 365.

Open-Source-StackHybridMicrosoft 365
Dateien und AustauschNextcloudNextcloudOneDrive / SharePoint
Office-AnwendungenONLYOFFICE oder Collabora, LibreOfficeMicrosoft Office lokal, Ablage in NextcloudMicrosoft Office / Office im Browser
E-Mail und Kalendereigener Mailserver oder deutscher Provider, Nextcloud-KalenderExchange Online oder Provider, Kalender nach WahlExchange Online
Chat und VideokonferenzNextcloud Talk, Matrix, JitsiTeams für außen, Talk für innen, oder eines von beidenTeams
Datenstandortbekannt: eigener Server oder DeutschlandgeteiltEU-Rechenzentren eines US-Anbieters
Laufende KostenBetrieb statt Lizenz, unabhängig von der Nutzerzahlreduzierte Lizenzen plus BetriebLizenz pro Nutzer und Monat
Kompatibilität mit Kundengut bei Dateien, Reibung bei Teams-Einladungenhochhoch
EignungBerufsgeheimnisträger, Forschung, Zulieferer mit Geheimhaltung, alle mit Kostenfokusdie meisten KMUUnternehmen mit Microsoft-Fachanwendungen oder Konzernvorgaben
Stand: 09/2026

Unsere Meinung: Wer heute bei Microsoft 365 ist und nichts vermisst, muss nicht wechseln. Wer sich über Kosten, Datenstandort oder Abhängigkeit ärgert, fängt mit Nextcloud für Dateien an, das ist der Schritt mit dem größten Effekt bei geringstem Risiko. Alles Weitere folgt, wenn es sich bewährt hat.

BausteineDer Stack, aus dem wir auswählen

Nicht jedes Unternehmen braucht alles. Diese Bausteine setzen wir je nach Bedarf ein, einzeln oder als Ganzes:

  • Server und Virtualisierung: Linux (Debian, Ubuntu), Proxmox als Alternative zu VMware, Container mit Docker oder Kubernetes.
  • Dateien und Zusammenarbeit: Nextcloud mit ONLYOFFICE oder Collabora, Talk, Deck, Kalender, Kontakte.
  • Arbeitsplätze: Linux-Desktops, wo sie passen; sonst Windows oder macOS mit offenen Anwendungen darauf.
  • Benutzerverwaltung: LDAP oder Keycloak für zentrale Anmeldung und Single Sign-on über alle Dienste.
  • Kommunikation: Matrix oder Nextcloud Talk für Chat, Jitsi für Videokonferenzen, eigener Mailserver oder ein deutscher Provider.
  • Automatisierung und KI: n8n für Workflows, Ollama und offene Sprachmodelle auf eigener Hardware.
  • Web und Analyse: WordPress, WooCommerce, Shopware, Matomo, die Werkzeuge unserer Web-Abteilung.
  • Backup und Monitoring: Proxmox Backup Server, Restic oder Borg, Prometheus und Grafana.

AblaufDer Umstieg in vier Schritten

  1. 2 Wochen

    Analyse und Roadmap

    Welche Systeme sind im Einsatz, welche Fachanwendungen sind gesetzt, welche Verträge laufen wann aus? Daraus entsteht eine Reihenfolge: Was lässt sich sofort ersetzen, was später, was gar nicht.

  2. 2 bis 4 Wochen

    Pilot

    Ein Team arbeitet mit dem ersten Baustein, meist Nextcloud, parallel zum Bestand. Was hakt, wird vor dem Ausrollen behoben.

  3. 2 bis 6 Monate, in Etappen

    Migration

    Baustein für Baustein: Dateien, dann Kalender und Kontakte, dann Office, dann Server. Jede Etappe hat einen Rückweg. Nichts wird abgeschaltet, bevor der Ersatz läuft.

  4. laufend

    Betrieb

    Updates, Monitoring, Backup, Support und Schulung. Offene Software will genauso gepflegt werden wie proprietäre, der Unterschied ist, dass du entscheidest, wer es tut.

Ehrlich gesagtWovon der Aufwand abhängt

Wir nennen dir einen verbindlichen Rahmen, sobald wir diese Punkte kennen, nach der Analyse.

  • Wie tief der Umstieg gehen sollNur Dateien nach Nextcloud ist ein überschaubares Projekt. Mail, Office, Server und Arbeitsplätze zusammen sind ein Programm über Monate.
  • FachanwendungenBranchensoftware, die nur unter Windows oder mit Microsoft-Anbindung läuft, bestimmt, wie weit du gehen kannst. Wir prüfen das zuerst.
  • Anzahl Nutzer und StandorteEinführung, Schulung und Client-Einrichtung skalieren mit den Menschen; Netzwerk und Anmeldung mit den Standorten.
  • Bereitschaft im TeamEin Team, das den Wechsel will, ist in Wochen umgestellt. Ein Team, das ihn erduldet, braucht mehr Begleitung, das ist kein Vorwurf, sondern Planungsgröße.

FAQHäufige Fragen zur Open-Source-Infrastruktur

Welche Open-Source-Alternativen gibt es zu Microsoft 365, Teams und SharePoint?

Für Dateien und SharePoint: Nextcloud. Für Office: ONLYOFFICE, Collabora Online oder LibreOffice. Für Teams: Nextcloud Talk, Matrix oder Jitsi. Für Exchange: ein eigener Mailserver oder ein deutscher Provider mit Nextcloud-Kalender. Für Azure AD: Keycloak oder LDAP. Nicht jede Alternative ist in jedem Punkt gleichwertig, im Vergleich oben steht, wo es Reibung gibt.

Ist Open Source wirklich günstiger?

Bei den Lizenzen ja, denn es gibt keine. Beim Betrieb nicht automatisch: Jemand muss die Systeme pflegen, und das kostet, bei uns oder intern. Ab einer gewissen Nutzerzahl ist die Rechnung meist deutlich zugunsten von Open Source, bei sehr kleinen Teams kann es sich die Waage halten. Wir rechnen es ehrlich durch, bevor wir etwas empfehlen.

Müssen wir komplett umsteigen oder geht auch ein Teil?

Ein Teil geht, und das ist der Normalfall. Nextcloud neben Microsoft 365, Proxmox statt VMware bei sonst unveränderter Umgebung, Matomo statt Google Analytics, jeder Baustein bringt für sich Nutzen. Wir nennen das Hybrid und halten es für die meisten KMU für den richtigen Weg.

Was ist mit openDesk?

openDesk ist der Open-Source-Arbeitsplatz der öffentlichen Verwaltung, gebaut aus Nextcloud, Collabora, Element und anderen Bausteinen. Für Unternehmen ist er nutzbar, aber auf Behörden zugeschnitten. Wir setzen dieselben Komponenten ein, kombinieren sie aber so, wie es zum jeweiligen Unternehmen passt, statt das Behördenpaket zu übernehmen.

Brauchen wir eigene IT-Fachleute für Open Source?

Nicht mehr als für Microsoft. Der Betrieb liegt bei uns, wenn du willst; wir schulen Anwender und, falls vorhanden, deine Administratoren. Was anders ist: Support kommt vom Dienstleister, nicht vom Hersteller. Deshalb ist es wichtig, dass der Dienstleister die Systeme selbst betreibt, wir tun das.

Wie lange dauert eine Migration?

Nur Nextcloud für ein kleines Team: vier bis sechs Wochen. Mail, Office und Server dazu: mehrere Monate in Etappen. Der Zeitplan richtet sich oft nach auslaufenden Verträgen und Lizenzen, es lohnt sich, damit anzufangen, bevor die nächste Verlängerung ansteht.

Was passiert mit Windows-Anwendungen, die wir brauchen?

Sie bleiben. Eine Open-Source-Infrastruktur heißt nicht, dass jeder Rechner Linux hat. Windows-Arbeitsplätze mit Nextcloud-Client, ONLYOFFICE und Matrix sind eine übliche Kombination. Wo eine Fachanwendung einen Windows-Server braucht, läuft der als virtuelle Maschine auf Proxmox weiter.

Ist Open Source sicherer als proprietäre Software?

Nicht automatisch, aber prüfbarer. Sicherheitslücken werden öffentlich gemeldet und behoben, und jeder kann nachsehen, was die Software tut. Sicherheit entsteht aber durch Betrieb: Updates, Konfiguration, Backup. Ein ungepflegter Linux-Server ist genauso angreifbar wie ein ungepflegter Windows-Server.

ReferenzWir betreiben es selbst so

Unsere eigene IT läuft komplett mit offener Software auf eigener Hardware. Nicht als Vorzeigeprojekt, sondern weil wir damit arbeiten.

  • Proxmox auf eigenen Servern in Jena und im Rechenzentrum, Linux überall, Proxmox Backup Server mit Kopie außer Haus
  • Nextcloud für Dateien, Kalender, Kontakte und Kundenfreigaben, ONLYOFFICE für gemeinsame Dokumente
  • Mattermost als Team-Chat, auch mit Kunden; eigener Mailserver mit SPF, DKIM und DMARC
  • OpenProject für Projekte und Zeiterfassung, Redmine für Tickets und Entwicklung
  • WordPress und WooCommerce für Website und Shops, Matomo für Webanalyse ohne Cookie-Banner
  • n8n für Automatisierung, Ollama mit lokalen Sprachmodellen auf eigenem GPU-Server, Vaultwarden für Passwörter
  • OPNsense-Firewalls, Ubiquiti-Netzwerk, LDAP für zentrale Anmeldung, Prometheus und Grafana fürs Monitoring
  • Lizenzsoftware nur dort, wo Kunden sie verlangen, zum Beispiel Microsoft 365 oder Adobe, nicht als Grundlage

Was wir dabei gelernt haben, steht in der Referenz Open Source bei uns selbst: Betrieb braucht Verantwortliche, die Migration ist der teure Teil, und nicht alles muss offen sein, solange die Daten exportierbar bleiben.

Weniger Abhängigkeit, mehr Kontrolle?

Erzähl uns, welche Systeme ihr heute nutzt und was euch daran stört. Wir sagen dir, welcher Baustein sich zuerst lohnt, und welcher besser bleibt, wie er ist.

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